Donnerstag , 22. August 2019
St Peter-Ording - Erlebnis Winterwatt
Bild: © Schutzstation Wattenmeer
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St Peter-Ording – Erlebnis Winterwatt

St Peter-Ording – Erlebnis Winterwatt

Auch im Winter bietet die Schutzstation Wattenmeer in St. Peter-Ording regelmäßig Wattwanderungen an

St Peter-Ording – Erlebnis Winterwatt : „Gäste, die mit uns im Winter in das Watt gehen, wollen wirklich etwas erleben“, sagt Jane Hadem, die ihren Bundesfreiwilligendienst bei der  in St. Peter-Ording leistet. Die Gruppe trifft sich am Südstrand und geht entlang eines Priels – warm angezogen und mit Gummistiefeln – rund anderthalb Stunden hinaus. Letzte Wasserlachen stehen auf dem Weg und das Wasser eilt der Nordsee im Priel hinterher. Es ist Ebbe und mit dem Watt öffnet sich ein weiter Raum. Die Stimmen der Seevögel wehen durch die Stille – und unterstreichen sie. Knutts, muntere kleine Vögel, sind zu hören. Seeregenpfeifer fliegen vorüber.

Erleben bedeutet in diesem Fall ein stilles Erleben, denn „…alles ist viel ruhiger, nicht nur die Natur, sondern auch die Führung ist entspannter, weil die Gruppen kleiner sind – so bleibt mehr Zeit für das Erkunden und Erklären. Und wenn nur wenige Teilnehmer dabei sind, bleibt auch genügend Muße, auf individuelle Fragen einzugehen. Das ist schon eine besondere Naturerfahrung“, berichtet Jane Hadem. Wenn zum Beispiel ein Schwarm Gänse mit sehnsuchtsvollen Rufen durch den leeren Himmel fliegt.

Ein Schwarm Alpenstrandläufer fliegt auf und sorgt für einen Augenblick Unruhe; flatterhaft, unscharf, Körper und Schwingen verwischen vor dem Himmel wie ein geisterhafter Spuk. Diese Bilder und Eindrücke sind intensiver als im Sommer; die Geräusche, die Gerüche, die Natur allgemein – es wirkt im Winter ungestörter. Man nimmt besser wahr. Das ferne Rauschen der Brandung, es klingt wie eine sanfte, maritime Hintergrundmusik.

Und stilles Erleben – heißt das denn auch, dass das Watt im Winter schläft? „Nein, schlafen tut es nicht; es ruht vielmehr“, sagt sie. Manche Tiere, die im Wasser leben, wie Krabben oder kleine Fische, ziehen sich zwar bei strengem Frost in tiefere Gefilde zurück „…und nach dem Wattwurm müssen wir dann vielleicht mal etwas tiefer graben – aber da sind eigentlich alle unserer Small-Five. Als dass da wären: Wattschnecke, Nordseegarnele, Strandkrabbe, Herzmuschel und natürlich der Wattwurm. Nordseegarnele und Strandkrabbe sind bei Frosttemperaturen schwer auffindbar, aber ab und zu lassen sich auch diese mal blicken“, berichtet Jane Hadem.

Im Winter liegt meist eine tiefe Stille über dem Watt und die Luft ist oft klar und frisch, auf einer winterlichen Wattwanderung ist auch Zeit, einfach tief durchzuatmen und nur da zu sein in scheinbar unendlicher Weite. „Man nimmt diese Klarheit und Frische, die man vor sich sieht, durch den dicken Schal gar nicht direkt wahr“, berichtet Jane Hadem – aber wenn man dann mal die Nase herausstecke, dann spüre, ja, rieche man sie auch.“ Es kommt hinzu, dass im Winter die Dämmerung bereits früh einsetzt und sich allmählich der dunkler werdende Nachthimmel über das Watt schiebt – eine einzigartige Stimmung kommt dann auf.

Es ist eine angenehme Einsamkeit, aber kein Verlassensein, denn in der Gruppe Gleichgesinnter erfährt man schnell eine Form des Aufgehobenseins – vielleicht auch, weil Zeit ist für individuelle Wünsche und Anregung. „Wenn man genau zuhört, kann man die Austernfischer oder die Kiebitze hören. Oder man hört auch ein Gedicht, das ich auf winterlichen Wattwanderungen gerne noch vortrage“, sagt Jane Hadem. Welches das ist? Lassen Sie sich überraschen! Denn im Winter ist Zeit und Raum für Staunenswertes und Verblüffendes.

Das Ankommen und Aufwärmen in St. Peter-Ording trägt sicher auch mit zu diesem Wohlgefühl bei, im Winter im Watt gewesen zu sein. Wenn es zurück geht und die Lichter des Ortes anfangen zu leuchten und zu locken, dann ist Heimkommen gewiss doppelt schön. „Und drehen Sie sich dabei ruhig einmal um, denn die Sonnenuntergänge im Winterwatt sind genauso leuchtend schön wie im Sommer.“ Das erfreut das Auge und erwärmt das Herz. Und dann schauen Sie auch mal nach oben, wenn die ersten Sterne am Himmel zu leuchten beginnen – dann ist man wirklich weit weg vom Alltag. Dies ist eine schöne Erfahrung, und auch eine stille.

Weitere Informationen:
Auch im Winter bietet die Schutzstation Wattenmeer in St. Peter-Ording regelmäßig Wattwanderungen an. Dieses sind in der Regel zweistündige Führungen durch das Watt. Zusätzlich gibt es Sonnenuntergangs-Wattwanderungen. Einen festen Preis für diese Wanderungen gibt es nicht. Spendenempfehlung: 3€ pro Kind/Jugendlichen und 6€ pro Erwachsenem. Darüber hinaus werden Kinderwattwanderungen angeboten, diese haben dann nur eine Dauer von 1,5 Stunden. Da diese Führung etwas kürzer ist, lautet die Spendenempfehlung 2,50€ pro Kind und 5€ pro Erwachsenem. Treffpunkt für beide Wattwanderungen ist am Pfahlbau „Strandhütte“ am Südstrand, im Ortsteil Dorf. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.schutzstation-wattenmeer.de/unsere-stationen/st-peter-ording

Weitere Tipps für schöne Wintererlebnisse im Wattenmeer sowie Unterkunftsangebote finden sich in der neuen Broschüre „nordsee Winterfrische“ sowie auf www.nordseetourismus.de/winterangebote. Die „nordsee Winterfrische“ ist über die Internetseite www.nordseetourismus.de oder telefonisch unter der Tel: 04841-89750 kostenfrei bestellbar.

Bild: © Schutzstation Wattenmeer St. Peter-Ording

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